1&1: Wettbewerbswidrige Vertragsänderungsmitteilung per E-Mail

18. Juli 2013 | Von stefan | Kategorie: Webhosting

1&1: OLG Koblenz: Der Versand einer E-Mail, die eine Vertragsänderung für den Fall ankündigt, dass der Kunde nicht widerspricht, ist wettbewerbswidrig

In unserem Blogpost vom 14.12.2011 hatten wir auf Werbeanrufe von 1&1 aufmerksam gemacht, die das Ziel verfolgen, 1&1 Baukastenwebsite zu verkaufen [mehr...].

Dieser Artikel setzte sich auch mit einer anderen Problematik auseinander: Die Verbesserung des Leistungsspektrums eines Hostinpakets mit einem automatischen Upgrade auf eine teurere Lösung, sofern nicht innerhalb von 4 Wochen widersprochen wird.

Hierzu hat das OLG Koblenz mit Urteil vom 12.09.2012, Az. 9 U 309/12 § 3 UWG, § 5 Abs. 1 UWG entschieden, dass ein Unternehmen - hier: die 1&1 Internet AG - Vertragspartner nicht in einer E-Mail über Vertragsänderungen informieren darf, die wirksam werden, wenn der Vertragspartner dieser Änderung nicht ausdrücklich wiederspricht. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW). http://www.vz-nrw.de/e-mail-mit-ankuendigung-einer-vertragsaufstockung-mit-preiserhoehung-bei-schweigen-des-kunden-ist-unzulaessig:

OLG Koblenz vom 12.09.2012 (9 U 309/12)

Das Versenden von Werbe-E-Mails ist unzulässig, wenn sie eine Änderung des Vertrages für den Fall ankündigen, dass der Kunde dieser Änderung nicht ausdrücklich widerspricht. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz nach einer Klage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) gegen die 1&1 Internet AG entschieden.

Betroffen waren Verbraucher, die eine eigene Internetseite betreiben. Die Beklagte schrieb die Nutzer ihrer Tarife “1 & 1 Homepage Perfect” und “1 & 1 Homepage Basic” per E-Mail an und stellte ihnen eine Aufwertung des bestehenden Webhostingpakets in Aussicht - Hand in Hand mit der dazugehörigen Preiserhöhung. Nach Aussage dieser E-Mails sollte die Vertragsänderung in Kraft treten, wenn der Nutzer nicht innerhalb von 4 Wochen widerspricht. Eine ausdrückliche Annahmebestätigung würde hingegen nicht benötigt.

Das Gericht sah im Inhalt der E-Mail die sachlich falsche Behauptung, dass ein Schweigen - welches nur in Ausnahmefällen eine Willenserklärung darstellt - in diesem Fall zu einer wirksamen Änderung des Vertrages führe. Der Verbraucher werde so in die Irre geführt, da tatsächlich eine Annahmeerklärung vonnöten gewesen sei. Das Vorgehen des Anbieters wertete das Gericht daher als einen Verstoß gegen § 5 Abs. 1 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) und verurteilte ihn, den Versand derartiger E-Mails zukünftig zu unterlassen.

Dazu möchten wir informieren: Anfang Juni 2013 haben Kunden von uns eine E-Mail von 1&1 „Informationen zu Ihrem 1&1 Vertrag” erhalten, wo ein Upgrade des 1&1 Business 5.0 Pakets angeboten wird mit dem abschließenden Text:

Sofern Sie auf die neuen Leistungen wider Erwarten verzichten wollen, teilen Sie uns bitte innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Erhalt dieses Mails schriftlich oder telefonisch mit, dass Sie unser Angebot ablehnen. Sie erreichen uns telefonisch unter 0721 / 9600 (kostenfrei aus dem 1&1 Netz) oder per E-Mail: de_vertrag@1und1.de.

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21 Kommentare
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  1. Habe eine solche Mail am 19.07.2013 von 1&1 erhalten. Mein sofortiger Widerruf per Email wurde umgehend von einem Autoresponder mit folgendem Text bestätigt:

    Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

    vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir bestätigen Ihren Widerspruch unter unserer Vorgangsnummer XXXXXXXXX. Uns ist es sehr wichtig, Sie als zufriedenen Kunden bei 1&1 zu behalten.

    Hinweis: Bitte beachten Sie, dass diese Bestätigung automatisch versendet wurde. Antworten Sie bitte nicht auf diese E-Mail.

    Haben Sie Fragen? In Ihrem 1&1 Support-Center haben wir Ihnen direkte Kontaktmöglichkeiten zu unseren Fachabteilungen bereitgestellt. Klicken Sie in Ihrem 1&1 Control-Center (http://login.1und1.de) auf “Meine Daten” bzw. auf “Downloads & Hilfe” und dort auf “1&1 Support-Center”. Das ist für Sie ganz einfach. Geben Sie bei Rückfragen bitte Ihre Vorgangsnummer an.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Kundenservice 1&1 WebHosting


    1&1 Internet AG
    Elgendorfer Straße 57
    56410 Montabaur

    Amtsgericht Montabaur HRB 6484

    Vorstand: Ralph Dommermuth, Frank Einhellinger, Robert Hoffmann, Andreas Hofmann, Markus Huhn, Hans-Henning Kettler, Uwe Lamnek, Jan Oetjen, Christian Würst
    Aufsichtsratsvorsitzender: Michael Scheeren

  2. Das ist schön, aber es gibt ein anderes Problem: 1&1 schickt viele Werbemails. Jeder Kunde kann damit rechnen, monatlich mehrere Mails zu erhalten. Liest er jede dieser Mails sorgfältig? Hat er überhaupt die Zeit und Lust dazu? Schnell geht eine solche Infomail unter und schon ist er im teureren Vertrag, dessen Zusatzfeatures er womöglich gar nicht nutzen kann. Wollte man 1&1 böse Absichten unterstellen, könnte man auf die Idee kommen, dass das absichtlich so gehalten wird. Aber das ist sicherlich ganz bestimmt nicht der Fall - man möchte es den Kunden lediglich so einfach wie möglich machen und da man davon ausgeht, dass nur die wenigsten widersprechen (”Sofern Sie auf die neuen Leistungen wider Erwarten verzichten wollen…“) ist ja alles gut.

    Korrekter Weise müsste der Kunde den neuen (und teureren) Leistungen EXPLIZIT ZUSTIMMEN. 1&1 macht es jedoch umgekehrt und setzt die Zustimmung voraus, wenn nicht widersprochen wird. Wenn man die Mail nicht liest oder wenn sie im Spam-Ordner landet oder es ein Zustellungsproblem gibt oder… ist man der Dumme.

  3. Soo wichtig scheint es 1&1 dann doch nicht zu sein, zufriedene Kunden zu behalten: auch mein Widerspruch gegen die einseitige Vertragsänderung samt Preiserhöhung durch 1&1 wurde brav am gleichen Tag per Autoresponder und eine Woche später durch folgende persönliche Mail

    Sehr geehrter Herr xxx,
    Wir haben Ihren Widerspruch erhalten. Die Verträge unter Ihrer Kundennummer 1234567 werden nicht umgestellt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Sebastian Polonsky
    Kundenservice 1&1 WebHosting

    bestätigt.

    Aber laut der neuesten Rechnung (09.08.2013) wird für das Dual Basic Paket trotzdem nun plötzlich EUR8.73/Monat statt EUR6.99/Monat abgebucht.

  4. Hallo Urs,

    wenn eine schriftliche Bestätigung von 1&1 vorliegt, dass der Einspruch erhalten wurde und der Vertrag zu den bisherigen Konditionen fortgesetzt wird, hat man das Schwarz auf Weiß. Wird trotzdem verteuert, sollte es eigentlich kein Problem sein, sich zu beschweren und auf die Bestätigung zu verweisen.

    Eine weitere Kundin wurde diese Woche ebenfalls freundlich und zuvorkommen darüber informiert, dass ihr ungefragt kostenpflichtige Zusatzleistungen aufgeschaltet werden, sofern sie nicht widerspricht. Da sie sowieso schon von den außerdem regelmäßig erfolgenden Werbeanrufen genervt ist, bei denen ihr eine Website nach dem Baukastenprinzip verkauft werden soll, hat sie uns nun gebeten, zu einem anderen Hostern umzuhosten.

    Das ist vielleicht die einzige Möglichkeit, künftig seine Ruhe zu haben. In der Infomail von 1&1 wird angeboten, dass man den Hr. Sander kontaktieren könne (Malte Sander, Leiter Produktmanagement 1&1 Webhosting), wenn man noch Fragen hätte. Vielleicht gibt es Hr. Sander gar nicht, in jedem Fall wird er vermutlich kaum persönlich antworten. Ich habe jedenfalls vor 3 Tagen mal nachgefragt, warum man trotz des Urteils des OLG mit dieser Verkaufsmethode fortfährt. Mit Kopie der Mail an die Verbraucherzentrale NRW. Mal schauen, ob es eine Antwort gibt.

  5. Bei mir das Gleiche - Werbemail gelesen, Widerspruch abgeschickt, automatische Antwort erhalten, dann Ende Juni die Bestätigung das nichts verändert wird und nun einen Nachtrag zum bereits abgebuchten 3. Quartal über 8,15 Euro.

    Habe 1&1 gestern aufgefordert diesen Nachtrag zu stornieren und falls schon abgebucht den Betrag wieder zurück zu überweisen. Falls da nichts passiert, stelle ich einen entsprechenden Auftrag bei meiner Bank. Ausserdem habe ich mich schon nach Alternativen umgesehen.

  6. Mir erging es ganz genau so.

    Ich habe Anfang Juni 2013 eine E-Mail von 1&1 erhalten, in der ich über die Aufwertung + Preiserhöhung meiner Hosting-Pakete (5 Verträge) informiert wurde. Ein Passus darin lautete: „Sofern Sie auf die neuen Leistungen wider Erwarten verzichten wollen, teilen Sie uns bitte innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Erhalt dieses Mails schriftlich oder telefonisch mit, dass Sie unser Angebot ablehnen.“ Soll heißen: Widerspreche ich nicht, wird die Aufwertung/Preiserhöhung wirksam.

    Ich habe 3 Tage später per E-Mail widersprochen. Nach 4 Tagen erhielt ich eine Bestätigung per E-Mail mit folgendem Wortlaut: „Sehr geehrter Herr xxx, Wir haben Ihren Widerspruch erhalten. Die Verträge unter Ihrer Kundennummer xxx werden nicht umgestellt.“

    Alles in Butter! Dachte ich…

    Anfang August 2013 erhielt ich 5 Rechnungen -> allesamt mit Preiserhöhungen. Ich habe darauf hin sofort Herrn Malte Sander, Leiter Produktmanagement 1&1 Webhosting (dies war der Unterzeichner der „Aufwertungs“-E-Mail) angeschrieben, den Fall detailliert geschildert und ihn um Stornierung der Rechnungen gebeten. Herr Sander hat bis heute (10 Tage später) nicht geantwortet. Ich habe darüber hinaus den 1&1 „Premium-Support“ angerufen und den Fall geschildert. Der Mitarbeiter nahm meine Anliegen auf und versprach, es weiterzuleiten. Er entschuldigte sich für das Versehen und gestand einen Fehler seitens 1&1 ein, der viele Tausend Kunden beträfe.

    Was passierte?

    Nichts! Mein Widerspruch, meine E-Mails und Anrufe wurden ignoriert. Mitte August 2013 wurden alle 5 Rechnungen zu erhöhten Preisen von meinem Konto abgebucht. Der Clou: Die Verträge wären ursprünglich erst viel später (bis zu 3 Monaten) zur Zahlung fällig gewesen. Es wurden also a) die Preise erhöht und b) die Verträge viel früher als vertraglich vereinbart abgebucht.

    Ich habe Herrn Malte Sander darauf hin erneut angeschrieben (und natürlich bis heute keine Antwort erhalten) + den 1&1 „Premium Support“ angerufen. Der Mitarbeiter kannte Herrn Malte Sander gar nicht. Erst nach Recherche in seinem System stellte er fest, dass es den Mann (seinen Chef?) tatsächlich gibt. Weiterhin entschuldigte er sich für den „Bug“ in der Rechnungslegung, der viele der 1&1 Kunden beträfe. Es würde nun „einige Zeit“ dauern bis „im System“ alle Fälle aufgearbeitet wären. Er hätte auch keinen Zugang zum Stornieren der Rechnungen und kann es wiederum nur weiterleiten. Weiterhin riet er mir davon ab, Geldbeträge per Widerspruch zurück zu buchen, da dies die Sperrung der Verträge zur Folge haben könnte. Ich solle mich besser in Geduld üben, innerhalb der nächsten Wochen würde sich alles klären.

    @ 1&1: Geht´s noch???

    Vor 2 Monaten (!) habe ich der Aufwertung meiner Hostingpakete widersprochen. Sämtliche Mails und Telefonate wurden ignoriert, es wurde einfach abgebucht und fertig. Jetzt soll sich alles klären? Hier erlischt mein Vertrauen.

    Ich habe heute die eingezogenen Beträge von meiner Bank zurückbuchen lassen.

    Und werde weiter berichten, was passiert…

    P.S.:
    In meinen Augen haben sich Service und Konditionen bei 1&1 in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert. Vor gar nicht langer Zeit hielt ich noch knapp 100 Domains und habe monatlich mehr als 500,00 € an 1&1 überwiesen. Sicher, es gibt größere Kunden - aber als unbedeutenden Endkunden würde ich mich nicht direkt sehen.

    Der hier beschriebene Fall ist leider nur einer von vielen „Kundenfeindlichkeiten“ die ich in den letzten Jahren erleben durfte. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, alles was möglich ist bei 1&1 zu kündigen und zu kleineren Providern umzuziehen. Der Markt ist groß - wenn mich 1&1 schlecht behandelt, dann geh ich halt woanders hin… So einfach ist das.

  7. 1&1 schießt da einen richtigen Bock. Allein die Werbeanrufe bei den Kunden und der Versuch, Websites nach dem Baukastenprinzip zu verkaufen. Wir hatten weit über 100 Kunden bei 1&1 gehostet. Viele von ihnen berichteten irritiert über das “forsche” Vorgehen der Telefondrücker, die sehr zielstrebig daran interessiert sind, zu verkaufen. Ohne uns selbst “beweihräuchern” zu wollen, scheinen unsere Kunden zum Glück sehr zufrieden zu sein mit den Websites, die wir für sie gestaltet und programmiert haben.
    Tja: allein über unsere Agentur wird 1&1 wohl über 100 Kunden verlieren. Macht über den Daumen mal Pi mal eben ungefähr 20.000 EUR pro Jahr. Hosten viele Agenturen die Websites ihrer Kunden um, so wird das 1&1 ganz schöne Umsatzeinbußen bescheren. @tomsen: ich glaube, 1&1 unterschätzt hier die Verbrauchermacht, die unzufriedene Kunden haben.

    Denn: es mehrten sich die Anfragen ob wir das Kunden-Webportal nicht zu einem seriöseren Hoster umhosten könnten. Können wir, ist aber natürlich mit Arbeit und damit auch mit Kosten verbunden. Interessanter Weise spielt das für die meisten Kunden keine große Rolle. Sie sind von den Anrufen und den Werbemails und den vielen Versprechungen genervt. Dass sie nun auch noch mit den oben beschriebenen, unseriösen Machenschaften konfrontiert werden, brachte das Fass wohl zum Überlaufen und unserer Agentur eine unerwartete Auftragsschwemme. Wir kommen kaum noch hinterher, die vielen Webportale zu anderen Hostern umzuziehen. Tja… - nicht sehr schlau von 1&1. Wenn man den Beitrag von tomsen liest, kann man sich allerdings den Gedanken “geschieht ihnen Recht!” nicht verkneifen.

    Die Frage ist: was soll das eigentlich alles? Ständig erhalten die Kunden Werbemails, die zur Weiterempfehlung von 1&1 animieren sollen, indem dafür eine Provision in Aussicht gestellt wird. Zugleich scheint 1&1 (das war mal ein guter Hoster!) mit allen Mitteln seine Kunden düpieren und vertreiben zu wollen. Tooooolle Werbeplakate, riiiiiesige Fernsehwerbung usw. usw. Aber der Support kann nicht mehr, als per Standardmail zu antworten (und das auch erst nach Tagen oder gar Wochen) und das Motto scheint “Gewinnoptimierung um jeden Preis” zu lauten. Auch um den Preis, damit viele Bestandskunden zu verlieren. Die sollten mal ein wenig nachdenken und berücksichtigen, dass auch Webagenturen die Websites ihrer Kunden bei ihnen hosten. Und dass Webagenturen sicherlich quer durch die Bank “hocherfreut” sind, wenn ihre Kunden dann Werbeanrufe erhalten, die zum Wechsel auf die 1&1 Website nach dem Baukastenmodell auffordern (dann hat der Kunde endlich eine Website, die genauso aussieht wie 50.000 andere auch - sehr “indviduell”).

  8. Nächster Akt:

    Nur 2 Tage (!) nach meinem Rückbuchen der zu unrecht eingezogenen Rechnungen erhalte ich eine E-Mail, in der ich aufgefordert werde, innerhalb 12 Tagen die Rechnungen zu zahlen - andernfalls werden meine Verträge gesperrt. Wow, das ging schnell!

    Nur mal am Rande: es geht um über 500,00 EUR.

    Ich konstatiere: 1&1 schickt mir eine nach oben zitiertem Urteil rechtlich unzulässige Mail und kündigt die Aufwertung meiner Verträge an. Ich widerspreche, 1&1 akzeptiert den Widerspruch (schwarz auf weiß), schickt mir aber trotzdem erhöhte Rechnungen. Ich widerspreche den Rechnungen (2x per E-Mail + 2x telefonisch). 1&1 entschuldigt sich 2x für das Versehen. Bucht aber trotzdem wenige Tage später über 500,00 EUR von meinem Konto ab. Als ich das (von 1&1 anerkannt zu unrecht eingezogene) Geld zurück hole, will es 1&1 wieder haben und droht mit Vertragskündigung falls ich dem nicht nachkomme.

    Ich bin grad ziemlich sprachlos und komme mir erpresst vor. Ich bin 14 Jahre Kunde bei 1&1 (damals „puretec“) und habe ein kleines Vermögen dagelassen. Das kann doch nicht deren Ernst sein?

    To be continued…

  9. Wir sind das anders angegangen und haben ein Geschäftsmodell daraus entwickelt.

    Nach dem vorstehend bereits geschilderten Vorgehen von 1&1 haben wir uns erst gar nicht auf Diskussionen eingelassen, sondern unseren Kunden direkt empfohlen, den Hoster zu wechseln. Rund 3/4 der Kunden ist mit diesem Vorschlag einverstanden. Das Umhosten ist zwar mit Aufwand verbunden, da Mails gesichert und wieder zurückgespielt werden, CMS-Systeme, Blogs, Shops (etc.) beim neuen Hoster neu aufgesetzt werden müssen - usw.
    Andererseits wird uns das ein sattes Umsatzplus bringen.

    Somit also ein dickes “Dankeschön” an 1&1 für diese unerwartete Auftragsflut.

  10. @tomson:
    Wenn bereits nach 2 Tagen die Mahnung erfolgt, kann man wohl davon ausgehen, dass das automatisiert durchgeführt wird. Bei so vielen Kunden, wie sie 1&1 laut Eigenwerbung hat, gibt es vermutlich nicht genügend Personal, als dass MENSCHEN jeden Einzelfall prüfen könnten. Die Software stellt fest, dass die Rückbuchung erfolgt ist und schickt die Zahlungsaufforderung raus.

    Nicht zu vergessen ist aber, dass vorab eine Kontaktaufnahme zum Support erfolgt ist und auch Widerspruch eingelegt wurde. Es stellt sich die Frage, warum niemand einen Eintrag gemacht und das dokumentiert hat. Es wäre technisch relativ einfach, in der Datenbank ein zusätzliches Feld (oder eine Tabelle) einzurichten, wo so etwas vermerkt wird und dann einen Supportmitarbeiter über eine erforderliche Prüfung zu informieren, bevor automatisiert eine Mahnung rausgeht. Der Mitarbeiter – also ein Mensch, kein Computer – könnte das vorab prüfen. So viel „Aufwand“ müsste einem die viel gepriesene, so wichtige Kundenzufriedenheit eigentlich wert sein.

    Dass das offenbar nicht passiert ist, lässt verschiedene Vermutungen zu:

    (1) Die Buchhaltungssoftware ist dazu nicht in der Lage - das würde weder für technische Kompetenz sprechen noch dafür, dass Kundenzufriedenheit groß geschrieben wird.

    (2) Die Software verfügt über eine solche Option, der Eintrag wurde jedoch - hoffentlich versehentlich – vergessen.

    (3) So etwas ist nicht vorgesehen, da man sich sicher ist, durch die Drohung der Vertragssperrung oder Kündigung der Domains sowieso am längeren Hebel zu sitzen. Das ist eine sehr unschöne Vermutung, die sicherlich falsch ist.

  11. Offenbar versinkt die Abrechnungsstelle von 1&1 gerade im Chaos.

    Nachdem ich der erhöhten Rechnung widersprochen habe (s.o.), kamen so 1 1/2 Entschuldigungen (die zweite enthielt gerade mal die Ansprache, aber keinen weiteren Text…),aber der Fehlbetrag wurde immerhin kurzfristig gutgeschrieben und auf mein Konto zurücküberwiesen. Zwischendurch kamen noch mal etwa 3 Mails, die den Widerspruch gegen die Preiserhöhung bestätigten oder sich für die fehlerhafte Abrechnung entschuldigten, von unterschiedlichen Personen/Stellen bei 1&1.

    Aber zum Schluß kam noch eine Rechnung, die den (nach dem gültigen Vertrag zwar) korrekten Betrag ein zweites Mal berechnet hat, und demnächst abgebucht werden dürfte. Widersprüche hiergegen wurden bislang nicht mal mit Eingangsbestätigungen quittiert.

    Schon erstaunlich, daß ein Unternehmen, das inzwischen dermaßen viele Kunden hat, sein internes Abrechnungs- und Meldewesen nicht besser im Griff hat.

  12. Ich habe heute Nacht eine Sammelrechnung über 24 Kunden- und Eigenpakete (1296,–) erhalten. Mit anteiligen Gutschriften, abzüglich vorhandener Rabatte, Stornos und Nachbelastungen. Mit verschiedenen Zeiträumen der Gutschriften und Neubelastungen ohne Rabatte (Ist noch so ein alter Großkundenvertrag). Hier läuft etwas RICHTIG verkehrt.

  13. @Peter: Dann rate ich Dir, genau zu prüfen welche Beträge als Gutschrift auf Deinem Konto eingehen. Denn: Ich konnte dieser Tage 1 erste Gutschrift auf meinem Konto zu widersprochenen Verträgen verzeichnen. Der Gutschrifts-Beleg per E-Mail wies einen Betrag von 71,79 € aus -> überwiesen wurden aber nur 69,64 €. Soll heißen: 1&1 hat 3% einbehalten. Ich hoffe, dass dies wiederum nur ein Versehen ist und irgendwann eine Entschuldigungs-Mail kommt. Die wollen doch nicht ernsthaft Skonto einbehalten, wenn sie eine zu unrecht gezahlte Rechnung wieder gutschreiben…?

  14. @tomsen: Danke für den Tipp!
    Ich habe heute Nacht 20 Gutschriften erhalten. Mit Beträgen die ich teilweise nicht wirklich nachvollziehen kann. Für Zeiträume die nicht mit denen auf der Sammelrechnung übereinstimmen. Mit Rechnungsnummern die natürlich auch nicht auf der Sammelrechnung zu finden sind. Der einzigste Vorteil ist, dass die Sammelrechnung noch nicht abgebucht wurde. Ich werde hier alles kündigen. Hab absolut keinen Bock mehr auf diesen Provider.

  15. Na dann schließe ich mich mal an,

    mail mit Vertragsänderung erhalten, wiedersprochen, widersprich bestätigt bekommen.

    falsche Beträge abgebucht, gekündigt - und das jetzt ist neu:

    freundlicher Mitarbeiter gesteht Fehler ein, kann aber Rechnung nur korrigieren,wenn ich die Kündigung storniere. Habe ich, naiv wie ich bin gemacht. Nix passiert seit 14Tagen. Böse mails geschrieben, werde um Geduld gebeten usw.
    Dachte ich doch tatsächlich es nimmt sich jemand meiner Sorgen an. Nein, wirklich gut ist nur die Schulung der Callcenter Mitarbeiter. Die klingen wirklich sorgenvoll und vertrauenswürdig. Nix wie weg von 1und1. Nur wohin? Welchen Seriösen Webhoster könnt ihr empfehlen. ´Bei strato ists ja noch schlimmer, da antwortet nicht mal einer.

    Gruß Fred

  16. Ja, auch ich habe die ominöse Mail erhalten und zufällig sogar mal gelesen. Normalerweise lösche ich den Spam von 1&1 ungelesen.

    Mir kam die Mail ganz recht, denn ich habe dieses Schreiben als “Mieterhöhung” interpretiert und direkt von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht. Das steht zwar nicht explizit in den AGB, aber im BGB :)

    Ich bin mal gespannt, ob die Dumpfbacken von 1und1 nochmal reagieren, denn mein Einschreiben ist seit 2 Monaten unbeantwortet. Die Einzugsermächtigung habe ich vorsichtshalber auch schriftlich entzogen. Man weiß ja nie. Warum mir die Mieterhöhung gerade recht kam? Die Performance meiner Seiten ist immer schlechter geworden und auf meine Anfragen hat seitens 1und1 niemand reagiert. Jetzt bin ich seit ein paar Tagen mit allen Domains umgezogen und muss sagen, dass ich beim neuen Hoster nichts zu meckern habe.

  17. Ich habe gestern wieder eine E-Mail von 1&1 erhalten:

    “… Mit der Umstellung Ihrer Kundennummer xxxxxxx im Rahmen des
    Preisanpassungsvorhabens ist ein Missgeschick mit Ihrer Abrechnung
    aufgetreten.
    Bei der Bearbeitung wurden Ihnen bisher noch nicht alle Gutschriften
    hinterlegt. Dies werden wir in den nächsten Tagen für Sie korrigieren. … bla blubb… “

    Das nächste „Missgeschick“. Mittlerweile rege ich mich nicht mehr auf. Mein Geld habe ich nach langem hin und her bis auf einige EUR zurück. In ein paar Wochen nehme ich mir die letzten Abrechnungen vor und kündige was zu kündigen ist. Fehler können überall passieren, da bin ich normalerweise milde. Aber wie es kommuniziert wird und was ich all den Jahren an weiteren Kundenfeindlichkeiten erfahren durfte, reicht mir.

    Am Anfang dieser Seite steht „Das Vorgehen des Anbieters wertete das Gericht daher als einen Verstoß gegen § 5 Abs. 1 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) und verurteilte ihn, den Versand derartiger E-Mails zukünftig zu unterlassen.“

    Das Nachfolgende bewusst in Frageform: Hat 1&1 in den hier dokumentierten Fällen gegen das zitierte Urteil verstoßen? Ich gehe davon aus, dass sich in solch einem Blog nur wenige Betroffene melden - die die Spitze des Eisberges darstellen. Ist die Mail möglicherweise massenhaft rausgegangen? Schert sich 1&1 eventuell nicht um das Urteil und macht fröhlich weiter?

  18. Das Nachfolgende bewusst in Frageform: Hat 1&1 in den hier dokumentierten Fällen gegen das zitierte Urteil verstoßen? Ich gehe davon aus, dass sich in solch einem Blog nur wenige Betroffene melden - die die Spitze des Eisberges darstellen. Ist die Mail möglicherweise massenhaft rausgegangen? Schert sich 1&1 eventuell nicht um das Urteil und macht fröhlich weiter?
    Das ist eine gute Frage. Ich habe so den Eindruck - und hatte daher eine Mail an 1&1 geschrieben und genau das gefragt: ob man mit diesen Mails zum tollen “Paket-Upgrade” (welches automatisch innerhalb von 4 Wochen in Kraft tritt, sofern man nicht EXPLIZIT WIDERSPRICHT) nicht gegen das Urteil von OLG Koblenz verstößt. Die Verbraucherzentrale NRW wurde in Kopie gesetzt.

    Antwort: keine.
    Weder von 1&1 noch von der Verbraucherzentrale (wobei letztere darauf hinweist, dass man in aller Regel nicht mit einer Antwort rechnen könne).

    Vielleicht war das Bußgeld so geringfügig, dass die zu erwartenden Gewinne aus dieser Vorgehensweise das Bußgeld ein Vielfaches überschreiten?

  19. Es scheint so. Sollte sich die Verbraucherzentrale der Sache allerdings annehmen und erneut Klage einreichen, dürfte das Strafmaß ungleich höher ausfallen. Es macht schon einen Unterschied ob ich aus Unwissenheit, Nachlässigkeit oder wie auch immer eine “Tat“ begehe, oder ob ich wider besseres Wissen (das Urteil ist ja ziemlich eindeutig), mit Vorsatz und wiederholt handle. Das dürfte einen Richter nicht erfreuen, Milde ist da nicht zu erwarten.

    Das was „Fred“ oben schreibt ist ja auch herrlich. Damit er seine Gutschrift erhält, zwingen sie ihn eine Kündigung zu stornieren. Unglaublich…

  20. Das ist doch genial. Hab grad erst gesehen, dass ich am 17.08 eine dieser Mieterhöhungsmails bekommen habe.Vorhin direkt eine Email an diese Autoresponse Adresse geschickt. Wiederruf wurde nicht angenommen. Fein. Hab dann eine Email voller Empörung an den Support unter vorbehalt des Urteils des Koblenzer Gerichts geschrieben. Jetzt warte ich auf eine Antwort. Wenn die mir Ende des Jahres zu viel abbuchen ( Rechnung alle 6 Monate ), wird das Geld erbarmungslos zurückgeholt (hab sie in der Email darauf hingewiesen). Hab vorsorglich auch allen weiteren Angeboten, welche nicht meine schriftliche Bestätigung brauchen widersprochen. Sollte hoffentlich reichen.

    Wie wäre es eigentlich mal wieder ein Sammelklage zu gestalten und an den Verbraucherschutz zu senden ?

  21. Korrektur: Hab die Mail nicht am 17.08 sondern am 18.07 bekommen.

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