xt:Commerce macht xt:payments kostenpflichtig – ein negativer Trend

11. Februar 2014 | Von stefan | Kategorie: Webshops

Der Webshopanbieter xt:Commerce bittet all diejenigen Shopbetreiber mit 75 EUR zu Kasse, die monatlich weniger als 2.000 EUR Shopumsatz generieren.

Bisher waren wir mit dem Webshop-System xt:Commerce sehr zufrieden: es bietet einen großen Funktionsumfang sowie viele nützliche Erweiterungen. Mit dem Bezahlmodul xt:payments verfügt es zudem über ein gut implementiertes Bezahlsystem, mit dem sich alle wichtigen Zahlarten in den Shop integrieren lassen.

Gestern wurde uns von einem Kunden zur Kenntnis gebracht, dass Webshopbetreiber mit weniger als einem monatlichen Mindestumsatz von 2.000 EUR ab dem 01.03.2014 eine monatliche Kontoführungsgebühr von 75 EUR zahlen müssen.

Die E-Mail:

Zunächst liest der Kunde, dass xt:Commerce „gerne“ über etwas informieren möchte. Dann folgt die Ernüchterung, wenn er erfährt, dass er künftig bei Nutzung des xt:payments Modul bis zu 900 EUR pro Jahr zusätzlich bezahlen muss.

Laut xt:Commerce (http://www.xt-commerce.com/unternehmen.html) gibt es mehr als 100.000 xt:Commerce Webshops. Von diesen generieren sicherlich bei weitem nicht alle einen monatlichen Mindestumsatz von über 2.000 EUR. Kleinere Shops mit nur einigen hundert Euro Monatsumsatz können Fixkosten in dieser Höhe gar nicht aufbringen, ohne dass der Webshop unrentabel wird.

Kurz nach der Mail wurde der Kunde auch telefonisch kontaktiert und ihm nahegelegt, seine xt:payments-Partnerschaft zu kündigen. Es scheint xt:Commerce somit gar nicht primär darum zu gehen, hier Mehreinnahmen zu erzielen, sondern weniger profitable Webshop-Partner loszuwerden.

Ob ein solches Vorgehen überhaupt zulässig ist, müssten Fachanwälte beurteilen. In jedem Fall hat es einen faden Beigeschmack. Möglicher Weise kann xt:Commerce sein Bezahlmodul xt:payments nicht mehr rentabel betreiben, wenn es zu den bisherigen Konditionen und ohne Grundgebühr/Kontoführungsgebühr angeboten wird? Hier wäre es hilfreich, wenn den Kunden die Gründe ausreichend kommuniziert werden würden.

Unabhängig davon gilt es jedoch, folgende Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:

  • Es gibt eine Vielzahl von Web-Shop-Systemen und somit ausreichend Auswahl. Webagenturen entscheiden sich anhand bestimmter Kriterien für oder gegen ein bestimmtes System. Hier hatte xt:Commerce mit seinem Modul xt:payments einen starken Anreiz gesetzt, sich für xt:Commerce zu entscheiden. Denn wer heute up-to-date sein möchte, sollte den Webshop-Kunden möglichst auch Bezahloptionen wie Sofortüberweisung oder Kreditkarte anbieten können.
  • So war die Bereitstellung von xt:payments zu den bisherigen Konditionen (und ohne Fixkosten) für unsere Agentur ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Wahl von xt:commerce.
  • Mit den neuen Gebühren (http://xtpayments.com/pricing/?lang=de), insbesondere der teuren Kontoführungsgebühr i.H.v. 75 EUR/Monat für Kunden, die weniger als 2.000 EUR Monatsumsatz generieren, wird xt:payments für viele Shopbetreiber unattraktiv und unbezahlbar. Sie müssen entweder eine brauchbare Alternative finden, oder sich auf die Bezahloption „Vorkasse“ beschränken, was ihren Shop aus der Sicht des Kunden aber wesentlich „provinzieller“ wirken lässt.Als Alternative könnten sie
  • den Webshop wechseln. Ein Vorhaben, dass aus Aufwands- und Kostengründen für viele Webshopbetreiber nicht in Frage kommt – ein Sachverhalt, der xt:Commerce vermutlich durchaus bewusst ist.

Xt:Commerce sitzt bei der Neustrukturierung der Gebühren für xt:payments am längeren Hebel – den Betreibern kleinerer Webshops bleibt lediglich die Möglichkeit, das xt:payments-Modul zu kündigen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob diese Marketingstrategie mittel- und langfristig sinnvoll und verkaufsfördernd ist oder ob sich der Anbieter damit selbst schadet.

Denn auch viele der „kleinen“ Webshopbetreiber haben beispielsweise 399,- EUR zzgl. 20% USt. für xt:Commerce Professional+ bezahlt und ggf. weitere Investitionen in verschiedene Zusatzmodule getätigt. Sie haben dabei auf Kontinuität in der Geschäftspolitik vertraut und darauf, einen zuverlässigen Partner gewählt zu haben. Diese Kunden zu verärgern und Agenturen dazu zu motivieren, ihren Kunden künftig ein anderes Shopsystem zu empfehlen, kann keine sinnvolle Marketingstrategie darstellen.
Auch dann nicht, wenn dadurch die Rentabilität des xt:payments-Modul gesteigert wird.

Vielmehr wäre es sinnvoll, auch weiterhin den (potentiellen) Kunden interessante Anreize zu bieten, sich für xt:Commerce zu entscheiden und gegenüber anderen Webshopanbietern einen Mehrwert zu bieten.

Andernfalls besteht die Gefahr:

  • zwar auf der einen Seite die Rentabilität von xt:payments zu steigern,
  • auf der anderen Seite aber weniger Shopsoftware und Plugins zu verkaufen.

Denn ein Teil der potentiellen Kunden wird sich ggf. für ein anderes Shopsystem entscheiden und Webagenturen xt:Commerce nicht mehr empfehlen.

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